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Datenrettung:
So bringen Sie gelöschte Dateien wieder zum Vorschein
Ein Mausklick zu viel, schon ist es passiert: Die Datei ist gelöscht und scheinbar unwiederbringlich verloren. Aber zum Glück gibt es kostenlose Programme, die eine solche Unachtsamkeit recht gut rückgängig machen können. Hier unsere Tipps für den Notfall…
Ohne Index läuft nichts
Jedes Speichermedium - ob Diskette, Speicherkarte, Festplatte oder USB-Stick - enthält neben den Nutzdaten auch ein Inhaltsverzeichnis. Bei Disketten, Speicherkarten und USB-Sticks ist dieser Index in einem Dateisystem namens FAT (File Allocation Table, etwa: Dateizuordnungstabelle) untergebracht. Festplatten arbeiten heute überwiegend mit dem Dateisystem NTFS (New Technology File System, etwa: Datensystem in neuer Technologie), hier heißt das Inhaltsverzeichnis MFT (Master File Table, etwa: Haupt-Datentabelle).
Alle Inhaltsverzeichnisse enthalten die jeweiligen Namen der Dateien und Angaben darüber, wo genau auf dem Medium die Bits und Bytes gespeichert sind. Dazu muss man wissen, dass ein Speichermedium wie eine lange Häuserzeile aufgebaut ist. In jedes „Haus“ (in der Computersprache Sektoren oder Blöcke genannt) passt eine Höchstzahl von Bytes, beispielsweise 512, 1024 oder 4096. Ist ein „Haus“ voll, wird einfach ein weiteres „bezogen“. Eine solche „Hausgemeinschaft“ wird dann „Cluster“ genannt. Unterschieden werden die Adressen wie im richtigen Leben durch „Hausnummern“. Im Inhaltsverzeichnis steht nun, welche Speicherorte (Häuser) zu welchem Dateinamen gehören.
Clevere Rekonstruktion
Man könnte nun annehmen, dass bei einem Löschvorgang die belegten Sektoren (also die „bewohnten Häuser“) buchstäblich leergeräumt werden. Aber dies wäre viel zu zeitaufwändig. Stattdessen beschränken sich Windows und andere Betriebssystem darauf, lediglich die Angaben im Inhaltsverzeichnis zu löschen und die Sektoren als „nicht belegt“ zu kennzeichnen. Die eigentlichen Daten sind somit weiterhin vorhanden. Dies machen sich die Wiederherstellungsprograme zu nutze. Sie durchsuchen die als „frei“ gekennzeichneten Sektoren auf dem Speichermedium und bauen aus den gefundenen Daten die scheinbar gelöschten Dateien neu auf. Einige Programme - wie die kostenlose Rekonstruktions-Software „PhotoRec“ - erkennen anhand der Datenstruktur sogar, um welche Art Datei es sich handelt. Word-Dokumente werden ebenso sicher identifiziert wie Fotos, ZIP-Archive oder MP3-Songs.
Ursprünglichen Dateinamen sind verloren
So clever die Rettungsprogramme auch vorgehen, zu einem sind sie nicht imstande: Sie können den ursprünglich vorhandenen Dateinamen nicht mehr ausfindig machen. Denn dieser stand lediglich im Inhaltverzeichnis und wurde beim Löschvorgang eliminiert. In der Regel nummerieren die Rettungsprogramme deshalb die gefunden Dateien einfach durch und hängen das programmtypische Kürzel wie .pdf, .jpg .zip oder mp3 daran. Dem PC-Besitzer bleibt somit nichts anderen übrig, als jede wiederhergestellte Datei umzubenennen.
Möglichst keine Schreibvorgänge starten
Getrübt werden kann die Rekonstruktionsfreude aber noch durch einen anderen Umstand: Da bei einem Löschvorgang die betreffenden Sektoren mit „frei“ gekennzeichnet werden, stehen sie Programmen für die Datenspeicherung wieder zur Verfügung. Zwischen dem Kommando „Löschen“ und der Datenrettung sollten also tunlichst keine Schreibvorgänge auf dem Speichermedium stattgefunden haben. Noch schlimmer siehts aus, wenn der Datenträger defragmentiert wurde. Denn dabei ist massenhaftes Hin- und Herkopieren der Daten vorgesehen. Die Chance, hier noch einen freien Sektor mit verwertbaren Daten zu finden, ist gleich Null. Es sei denn, man beauftragt professionelle Unternehmen zur Datenrettung. Die Spezialisten können selbst solche Speichermedien wieder lesbar machen, die aus Versehen formatiert wurden. Für solche Zwecke sind zwar auch ausgefeilte Programme im Handel, die Kosten für diese Software liegen mit teilweise mehreren Hundert Euro kaum unter den Honoraren der Datenretter.
Fazit: Wer sich gegen das versehentliche Löschen von Daten schützten will, muss vorsorgen. Und zwar durch regelmäßige Backups. Windows XP stellt dazu ein einfach zu bedienendes Programm zur Verfügung, zu finden unter Start -› Alle Programme -› Zubehör -› Systemprogramme. |
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